Lesewoche – die Fünfte: Uschmann liest über „Das Gegenteil von oben“
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Lesewoche – die Fünfte: Uschmann liest über „Das Gegenteil von oben“

IMG_0443In der vollbesetzten Aula der Albert-Schweitzer-Realschule gab Oliver Uschmann ausgewählte Teile seines Romans „Das Gegenteil von oben“ vor der Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9 zum Besten. Die salopp und locker geschriebene Geschichte, aus der Sicht eines Jugendlichen verfasst, geht um Alltagsprobleme des heranwachsenden Dennis, der natürlich ungeschickt verliebt ist, sich zuweilen mit seiner Mutter über den Verbleib seines ihm unbekannten Vaters streitet, ihre Perfektheit einerseits bewundert, andererseits als Dauervorwurf an sich begreift, da er eben nicht so perfekt ist, zudem um seine wenigen Kumpels, teils eher aus dem Milieu, um Schule, Lehrer und schließlich um die langsame Entdeckung eines vermuteten Gewaltverbrechens, dem er auf die Spur kommt.

Dem bekannten Jugendautoren gelang es, mit seiner jugendgemäßen Sprache die Zuhörerinnen und Zuhörer mit Auszügen aus seinem Roman zu fesseln: Er las einige Szenen vor, erläuterte kurz und sehr lebhaft ihre Vorgeschichten und zeigte ähnlich wie seine Hauptfigur eine genaue Beobachtungsgabe, außergewöhnliches Ausdrucksvermögen und eine hohe Sensibiltät für andere, von der das Buch schließlich auch handelt. Dennis kreist um die Frage, was denn nun die Wirklichkeit ist, seine, die der anderen, gibt es eine oder mehrere, kann man sich die Wirklichkeit selbst erzeugen ….
In der anschließenden Fragerunde erklärte Uschmann, dass er schon immer, spätestens ab 12, Geschichtenerzähler bzw. Schriftsteller werden wollte und bereits sehr früh mit dem Schreiben von Texten begann. Folgerichtig habe er nach dem Abitur in Wesel Literaturwissenschaft studiert und lese noch immer gerne klassische Texte, als Vorbild nannte er Franz Kafka, dessen sprachliche Präzision er noch immer bewundere.
Viele Ideen stammen nach seinen Angaben aus seinen Alltagserfahrungen, so sind einige Figuren von seinen eigenen Erlebnissen inspiriert, aber nicht deckungsgleich mit realen Menschen. So wird aus drei ehemaligen Freunden eine Figur, und aus der politischen Globalisierungskritik die Figur einer Uroma, die ständig Verschwörungstheorien verbreitet. Das Gegenteil von oben spielt nun tatsächlich um die Hochhäuser am Bahnhof Wesel herum, woraus sich dann etliche der Nachbarschaftsgeschichten entwickeln, in die Dennis mehrfach eingreift.
Außerdem wies Uschmann darauf hin, dass in Deutschland nur etwa gut 1.500 Autorinnen und Autoren von ihrer Arbeit auch leben könnten, viele andere gingen hauptsächlich einem anderen Beruf nach und schrieben in ihrer Freizeit.
Wie das Verbrechen, dem Dennis auf die Spur kommt, schließlich aufgeklärt wird – dazu schwieg der sonst so wortreiche Autor allerdings fein still.

 

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