Worte und Taten als Geschenk – Infoabend zur Integration von Flüchtlingen voller Erfolg
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Worte und Taten als Geschenk – Infoabend zur Integration von Flüchtlingen voller Erfolg

2017-Courage-TitelDer Abend des 12. Dezember, kurz nach 19.00 Uhr in der Aula der Albert-Schweitzer-Realschule:
Die gut 70 Zuschauerinnen und Zuschauer, interessierte Erwachsene, Lehrkräfte und erfreulicherweise viele Schülerinnen  und Schüler ahnen noch nicht, dass sie in den nächsten 100 Minuten beschenkt werden.
Beschenkt werden mit persönlichen Berichten über Lebensgefahren in fernen Ländern; über schwere Entscheidungen, die Heimat, die man liebt, zu verlassen; über Risiken und traumatische Erlebnisse auf der Flucht; über Ankommen in Deutschland, wo sich endlich ein Gefühl von Sicherheit einstellt; und über den Neuanfang in Bocholt, wo man, dank der Unterstützung durch viele Ehrenamtliche, Schritt für Schritt Integration erfährt. Und mit viel, viel Herzenswärme in jedem Beitrag.

Die Courage-AG der ASR, die diese Veranstaltung vorbereitet und exzellent moderiert hat, hatte wirklich interessante Gäste eingeladen. Jalal Zakkour aus Syrien erzählte sehr emotional über seine Beweggründe zur Flucht, die Odyssee der Flucht durch Osteuropa und die erste Zeit in Deutschland. Anschließend machte Wahid Hakimi aus Afghanistan deutlich, dass das Leben in seinem Heimatland früher hochgefährlich war und dass Afghanistan auch heute keinesfalls als „sicher“ gelten darf. Das Gegenteil sei nach wie vor der Fall. Besonders anschaulich machte dies auch Zeynep Mohammady, die ebenfalls aus Afghanistan stammt und sich spontan den Fragen der Courage-AG stellte. Sie ist 14 Jahre alt und konnte gerade auch den anwesenden Schülerinnen und Schülern deutlich machen, wie unfrei sie in ihrer Heimat war und wie wertvoll die Freiheit ist, die (junge) Menschen in Deutschland genießen dürfen. Ein Geschenk.

Aber es waren nicht nur die Erfahrungsberichte, weshalb die Zuhörerschaft aufmerksam lauschten. Herr Zakkour, Herr Hakimi und Zeynep Mohammady berichteten auf Deutsch, obwohl sie erst vor zwei (!) Jahren angefangen haben, Deutsch zu lernen. Was für eine großartige Leistung! Sie verdient höchsten Respekt, denn alle unsere Schülerinnen und Schüler wissen, wie schwer es ist, vor Publikum zu sprechen. Und dann noch in einer fremden Sprache.

2017-Courage-AG-Fluechtlinge-1Zu den eingeladenen Gästen zählten auch zwei ehrenamtliche Helferinnen und ein Helfer. Wolfgang Matenaer informierte über die Tätigkeit als Integrationspate. Zunächst hatte er sich in einem Kurs an der Familienbildungsstätte für diese Amt schulen lassen und konnte danach der Familie Hakimi auf unterschiedlichste Weise beistehen. Von der Begleitung bei Behördengängen und Arztbesuchen bis hin zu privatem Deutschunterricht reicht das Feld. Das emotionalste Erlebnis sei es gewesen, die Geburt des dritten Kindes der Hakimis begleiten zu dürfen. Auch ein Geschenk.
Anschließend unterstrich Ingrid Hardes, dass gute Deutschkenntnisse der Schlüssel zum Gelingen von Integration seien. Sie gibt ehrenamtlich Basisunterricht in deutscher Sprache und konnte dabei schon viele Erfolge verbuchen. Als letzte Interviewpartnerin erklärte Ana Finkenberg, wie sie für den Bocholter Arbeitskreis Asyl ein Netzwerrk von Helferinnen und Helfern unserer Stadt aufgebaut hat, damit die freiwillige Unterstützung immer richtig ankommt und den Flüchtlingen gezielt hilft.

2017-Courage-AG-Fluechtlinge-2Dass der Abend so positiv verlief, ist aber auch der guten Vorbereitung der Mitglieder unserer Courage-AG (CourAGe) zu verdanken:
Tomke Niehues und Carolin Langenberg aus der 6b und Anastasia Wedekind, Leonard Tilly, Liam Niehues und Luis Matschke aus der 10b haben in den Wochen vor dem Infoabend lange über den Veranstaltungsablauf und die Fragen an die Gäste gebrütet und sich intensiv auf die Moderation vorbereitet.
Dieses Engagement ist nicht selbstverständlich, schon gar nicht in einer Phase, in der viele Klassenarbeiten geschrieben werden, für die ja auch noch gelernt werden will.
Ganz herzlichen Dank dafür.
Mit Schülerinnen und Schülern wie euch zusammenarbeiten zu dürfen, ist auch ein Geschenk, das ich gerne annehme und über das ich mich zum Glück nicht nur zu Weihnachten freuen kann.

Hajo Kerssens

Text und Fotos: Herr Kerrsens

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